Massnahmen

EN 636 – Sperrholz – Besonderheiten

Die EN Norm 636 regelt die besonderen Anforderungen an Sperrholz bei Anwendung im

  • Trockenbereich (EN 636-1): Materialfeuchtigkeit entsprechend einer Temperatur von 20°C und einer Luftfeuchtigkeit höher als 65% höchstens für einige Wochen im Jahr (Serviceklasse 1 ENV 1995-1-1). Geeignet für Anwendung in Bio-Risikoklasse 1 der EN 335-3.
  • Feuchtbereich (EN 636-2): Materialfeuchtigkeit entsprechend einer Temperatur von 20 °C und einer umgebenden Luftfeuchtigkeit höher als 85% höchstens für einige Wochen im Jahr (Serviceklasse 2 ENV 1995-1-1) Geeignet für Anwendung in Bio-Risikoklasse 1 und 2 der EN 335-3.
  • Außenbereich (EN 636-3): bei klimatischen Konditionen deren Luftfeuchtigkeit höher als in den Anforderungen der Serviceklasse 2 liegen (Serviceklasse ENV 1995-1-1). Geeignet für Bio-Risikoklasse 1,2 und 3 der EN 335-3.

EN 314-1,2 – Qualität der Verklebung

Diese Europäische Norm legt ein Verfahren zur Ermittlung der Qualität der Verklebung von Furniersperrholz mit Hilfe des Scherversuchs fest. Basierend auf den entsprechenden Qualitätsklassen (EN 636-1,2 e 3), werden die Proben verschiedenen Behandlungen ausgesetzt, die eine beschleunigte Alterung auslösen.

EN 314-1 – Qualität der Verklebung – Prüfverfahren

Klasse

Prüfverfahren

EN 636-1

(Trockenbereich)

24 h Tauchen im Wasserbad 20 °C

EN 636-2

(Feuchtbereich)

6 h Tauchen in kochendem Wasser, anschließende Abkühlung in 20°C warmen Wasser für mindestens 1 h

EN 636-3

(Außenbereich)

72 h Tauchen in kochendem Wasser oder4 h Tauchen in kochendem Wasser mit anschließender Trocknung im Ofen, Tauchen in kochendem Wasser für weitere 4 h, Abkühlung in 20°C warmen Wasser für mindestens 1h

 

Im Anschluss an die Prüfverfahren erfolgen die Scherprüfungen, die zwei Eigenschaften belegen: Mittler Schnittwiderstand bei Spannungsdruck bis zum Bruch, gemessen in N/mm2 und Bruchmittelwert sichtbar im Holz in Prozent (verbliebene Holzquantität auf der Verklebung nach Bruch der Probe).

Die Proben mit einem Schnittwiderstand von ≥ 1,0 N/mm2 überstehen die Prüfung ohne spezifischen Bruchwert. Die folgende Tabelle zeigt die entsprechenden Messwerte basierend auf EN 314-2:

 

EN 314-2, Anforderungen für die Verklebe-Qualität

Durchschnittlicher Schnittwiderstand (Rt)

N/mm2

Kohäsionsbruch in Prozent (Rc)

0,2 ≤ Rt ≤ 0,4

Rc ≥ 80%

0,4 ≤ Rt ≤ 0,6

Rc ≥ 60%

0,6 ≤ Rt ≤ 1,0

Rc ≥ 40%

1,0 ≤ Rt

Keine Anforderung

Weitere verfügbare Bindungsarten:

  • IF20          Innenbereich
  • IW67        Feuchtbereich
  • AW100    Außenbereich

 

EN 323 – Holzwerkstoffe; Bestimmung der Rohdichte

Diese Europäische Norm beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung der Rohdichte von Holzwerkstoffen. Die Ergebnisse dürfen zur Beurteilung des Feuchtegehaltes benutzt werden. Die Rohdichte wird in der Formel kg/m3 ausgedrückt und wird wie folgt berechnet:

Dove:

  • m              Masse der Probe
  • b1, b2       Seitenmaß der Probe
  • t                 Stärke der Probe

Die Prüfung wird an einer präzisen Probe ausgeführt und gemessen in Mikrometer und einem akkuraten Maß von 0,01 mm; Länge und Breite auf 0,1 mm exakt geeicht gemessen; die Dichte wird mit elektronischer Waage auf 0,01 g exakt ermittelt.

Pappelholz wird besonders wegen seiner Leichtigkeit geschätzt, charakteristisch in normaler Umgebung mit einer Masse von 340 ± 50 kg/m3; Fichte zum Vergleich hat eine Masse von 450 ± 50 kg/m3.

 

EN 315 und EN 324-1,2 – Holzwerkstoffe; Bestimmung der Plattenmaße

EN 315 zeigt die Massentoleranzen bezogen auf einem Feuchtegehaltes der Probe zwischen 8 und 12% an. Die Werte verhalten sich proportional zur Stärke und werden in mm ausgedrückt:

Platten roh

Platten geschliffen

Stärke in (t)

mm

Stärke-Toleranz auf einer Platte in

mm

Stärke-Toleranz in

mm

Stärke-Toleranz auf einer Platte in

mm

Stärke-Toleranz in mm

mm

3 ≤ t ≤ 12

1,0

+ (0,8 + 0,03 t)

- (0,4 + 0,03 t)

0,6

+ (0,2 + 0,03 t)

- (0,4 + 0,03 t)

12 ≤ t ≤ 25

1,5

Toleranz der Rechtwinkligkeit und der Kantengeradheit: 1 mm/m

Toleranz Breite und Länge: ± 3,5 mm

Auf den ersten Blick erscheinen die Toleranzen groß, wir weisen jedoch darauf hin, dass es sich hier um die Höchstgrenzen handelt. Auf Anfragen unserer Kunden liefern wir Platten mit wesentlich niedrigeren Toleranzen als mit Norm EN 315 festgelegt.
Die Toleranzen sind EN 324 – 1,2 konform.

Dicke, Länge und Breite der Platten werden mit geeichten Maßbändern gemessen konform der Norm EN 324-1. Rechtwinkligkeit und Kantengradheit werden nach den Vorgaben EN 324-2 reguliert.

 

CE Kennzeichnung 2+

Am 04.04.2011 wurde die vom Europäischen Parlament am 9. März 2011 verabschiedete Verordnung (EU) Nr. 305/2011 zur “Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten und zur Aufhebung der Richtlinie 98/106/EWG des Rates” im europäischen Amtsblatt L 88/5 veröffentlicht und löste am 01.Juli 2013 die bestehende EG-Richtlinie 98/106/EWG ab.
Der Hersteller leistet die Konformitätserklärung und übernimmt damit die Verantwortung für die Konformität des Bauprodukts mit der angegebenen Leistung.
Der Hersteller muss das CE-Zeichen für “Baustoffe”, d. h. jedes Produkt, das dauerhaft in Hochbau, Brücken- und Werke verbaut wird erbringen. Durch die CE-Kennzeichnung wird sichergestellt, dass zertifizierte Produkte bestimmte Leistungsanforderungen für bestimmte Einsatzgebiete erfüllen. Für Platten aus Sperrholz sind die Anforderungen ausführlich in der Norm EN 13986 DIN EN 3 definiert: Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen – Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung: Bestimmung des Biege-Elastizitätsmoduls und der Biegefestigkeit; Bestimmung zur Qualität der Verklebung; Bestimmung des Formaldehydgehaltes

EN 13986 sieht verschiedene Systeme vor, die für die CE-Kennzeichnung verwendet werden können. Das System 2 + wird verwendet, um die Konformität der Panels für die Verwendung als Strukturelement in internen oder externen Anwendungen zu bestätigen. Dieses System sieht vor, dass die Hersteller Erstprüfung (ITT) durchführen, um die Leistungseigenschaften und die kontinuierliche werkseigene Produktionskontrolle (FBC) zu leisten, um sicherzustellen, dass diese Eigenschaften im Laufe der Zeit eingehalten werden. Eine externe Zertifizierungsstelle ist verantwortlich für die Überwachung und Genehmigung von FPC.

 

CE 2+ Kennzeichnung für Brandschutz

CE 2 + Brandschutz ist ein System, zur CE Kennzeichnung durch das anhand der physikalisch-mechanischen Anforderungen das Brandverhalten von Holzwerkstoffen nach EN 13501-1 zertifiziert wird.

Nach dieser Regel wird des Brandverhaltens von Werkstoffen wird durch drei Parameter angegeben: Reaktions-Klasse der Entflammbarkeit, die Rauchentwicklung und das Risiko von tropfenden brennenden Partikel. Zum Beispiel das Symbol B-s1, d0 für ein Panel bedeutet schwer entflammbar (B), keine Rauchentwicklung (s0), ohne Tropfentropfenbildung (d0).

 

EU-Klassen für Brandschutz

Euroklassen

Definition

Typische Materialien

A1

nicht brennbar, kein “Flash over”

Stein, Zement

A2

Gipskarton duenn, Mineralwolle

B

schwer entflammbar , kein “Flash over”

Gipskarton dick, Feuerfestes Holz

C

Gipsbeschichtungen

D

Holz, Holzplatten

E

einige synthetische Polymere

F

Reaktionen nicht festgelegt

 

Rauchentwicklung (S – smoke)

Klasse

Definition

s1

keine/kaum Rauchentwicklung

s2

Mittlere Rauchentwicklung

s3

Starke Rauchentwicklung

 

Brennendes Abtropfen /Abfallen (d – drops)

Klasse

Definition

d0

kein Abtropfen

d1

begrenztes Abtropfen

d2

starkes Abtropfen

 

EN 310 – Holzwerkstoffe; Bestimmung des Biege-Elastizitätsmoduls und der Biegefestigkeit

Diese Europäische Norm definiert ein Verfahren zur Bestimmung des Elastizitätsmoduls und der Biegefestigkeit von Holzwerkstoffen mit einer Nenndicke von 3 mm oder größer.
Die Biegefestigkeit gibt der Spannungswert (Kraft/Fläche) unter Bruchbelastung an. Das Elastizitätsmodul gemessen in N/mm2, ist das Verhältnis zwischen Spannung und Verformung und definiert die Steifigkeit des Objektträgers Biegefestigkeit, Stärke und Elastizitätsmodul werden durch einen Test mittels Stützlast auf der Mittellinie (Flexion auf 3 Punkte) bestimmt.

 

EN 717-2 – Holzwerkstoffe – Bestimmung der Formaldehydabgabe – Formaldehydabgabe nach der Gasanalyse-Methode

Diese Europäische Norm beschreibt für die Bestimmung der Formaldehydabgabe von beschichteten und unbeschichteten Holzwerkstoffplatten nach dem Gasanalyseverfahren.
Der Test wird durchgeführt in einem verschlossenen Behälter bei 60 ° C durch das Luft durch die Probe geleitet wird. Diese Luft wird dann gefiltertert in destilliertem Wasser, dann mit Chemikalien behandelt und in einem Spektrophotometer zum Bestimmung des Formaldehyd in mg\/m2 • h gegeben. Gemäß EN 13986, haben Klasse E1-Paneele eine Freigabe ≤ 3.5 mg/m2•h; Klasse E2 Paneele von 3,5 a 8 mg/m2•h .

 

EN 120 – Bestimmung des Formaldehydgehaltes; Extraktionsverfahren genannt Perforatormethode

Die Freisetzung von Formaldehyd aus Spanplatten wird bestimmt mit der Perforator-Methode nach EN 120: 110 g der Probe werden hierfür in ein Gefäß mit Toluol gegeben, zum Kochen gebracht und der Dampf durch destilliertes Wasser gefiltert. Das Wasser ist dann mit Chemikalien behandelt und in einen Spektrophotometer zum Bestimmen von Formaldehyd in mg/100 g gegeben. Gemäß EN 13986, Klasse E1 Paneele haben eine Freigabe ≤ 6,5 mg/100 g; Klasse E2-Platten von 8 bis 30 mg/100 g.